Was ist eine Schamlippenverkleinerung?
Die Labioplastik bezeichnet Operationen, die eine Reduktion, Modifizierung, Rekonstruktion oder Entfernung der Schamlippen anstrebt. Die häufigste Form der Labioplastik in Deutschland ist die Verkleinerung der inneren Schamlippen. Labioplastik an den äußeren Schamlippen ist möglich, wird aber selten durchgeführt.
Obwohl die Ausprägung der Schamlippen von Frau zu Frau natürlicherweise ganz unterschiedlich ausfallen kann, wird von Vielen folgendes Ideal verfolgt: Kurze innere Schamlippen werden vollständig von festen, wohlgeformten äußeren Schamlippen bedeckt, sodass sie nicht „herausragen“
Welche Gründe gibt es für eine Schamlippenverkleinerung?
Viele Frauen sind mit der anatomischen Form ihrer Schamlippen nicht zufrieden und empfinden großen Leidensdruck. Die vom Ideal abweichende Form ist auf hormonelle Einflüsse, Gewebeschwäche, genetische Faktoren oder altersbedingte Veränderungen zurückzuführen. Zum Beispiel werden große innere Schamlippen als unschön empfunden und können Schamgefühle vor den Sexualpartnern darstellen. Aber auch funktionelle Gründe können Frauen zu einer Labioplastik bewegen: Schmerzen beim Tragen enger Hosen und Radfahren könnten solche Beweggründe sein, aber auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Welche Methoden werden angewandt?
In der Regel wird der Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt, auf Wunsch ist gegen Aufpreis eine Operation in Dämmerschlaf oder Vollnarkose möglich. Für die nötigen Schnitte wird ein Radiochirurgiegerät (eine Art Laserskalpell) verwendet. Die Schnittränder werden mit feinen, selbstauflösenden Nähten verschlossen, um ein optimales kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
Die Schnittführung zur Entfernung des Gewebes sowie die Vernähung der Schnittflächen können mit unterschiedlichen Methoden erfolgen:

  • Exzision (Konturierung): Bei dieser Methode wird ein Schnitt entlang der Länge der inneren Schamlippen vollzogen. Dadurch wird der äußere Rand der Schamlippen entfernt, welcher oft dunkler ist, sodass neben einer Verkleinerung auch eine Aufhellung des Gewebes erzielt werden kann. Diese Methode wird angewandt, wenn die eine vollständige Entfernung der inneren Schamlippen oder eine Entfernung großer Anteile angestrebt wird.
  • Deepithelisierende Verkleinerung: Bei diesem Verfahren wird ein Stück der Schamlippe aus dem mittleren Bereich entnommen, der äußere Rand bleibt dabei unberührt.
  • W(edge)-Inzision: Hierbei wird ein dreieckiges Gewebestück entfernt, bei abschließendem Vernähen der Ränder. Die Methode ist leichter und schneller durchführbar als die Exzision.
  • 3D Reduction Labioplasty: Dieses Verfahren stellt eine Weiterentwicklung der bekannten Techniken dar. Diese Technik erlaubt die Korrektur der inneren Schamlippen auch eine Anpassung der Klitorisvorhaut gleichzeitig.
Wenn der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, ist eine spezielle Vorbereitung nicht nötig. Findet der Eingriff in Vollnarkose oder in einem Dämmerschlaf statt, müssen Patienten mindestens einen Tag vor der Operation ein Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten führen. Außerdem sollten Patienten sechs Stunden vor der Operation nüchtern bleiben. Um das Blutungsrisiko zu minimieren, müssen Medikamente, die das Blutgerinnungssystem des Körpers verändern (z.B. Aspirin) zwei Wochen vorher abgesetzt werden. Des Weiteren sollten die Patienten im Intimbereich vollständig rasiert sein.
Was kostet eine Schamlippenverkleinerung?
Die Kosten für eine Schamlippenoperation richten sich nach Art und Dauer des Eingriffes und liegen zwischen 2000 und 4000 Euro. In den Kosten sind Vor- und Nachsorge,Aufenthalt, Narkose und jährliche Nachkontrolle miteingerechnet.
Eingriffe, die nur eine ästhetische Indikation haben und keine medizinische Indikation, werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Daher werden alle Kosten von der Patientin selber getragen. Auch die evtl. Nachbehandlung durch Probleme, die sich durch so einen ästhetischen Eingriff ergeben, müssen vom Patienten selber bezahlt werden.
Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur nach Prüfung durch den medizinischen Dienst. Dafür muss eine medizinische Indikation vorherrschen, die sich durch starke funktionelle Einschränkung äußert. Private Krankenkassen zeigen sich weniger streng und sind öfter bereit, bei medizinischen Indikationen die Kosten zu tragen.
Zu den medizinischen Indikationen gehören:
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Starke Schmerzen beim Tragen von engen Hosen, im Sitzen, beim Fahrradfahren
  • Ausgeprägte Schamgefühle, die der psychischen Gesundheit schaden
Welche
Quellen:
Benninghoff, Drenckhahn: Taschenbuch Anatomie. Urban & Fischer 2007, ISBN978-3-437-41194-6.
Weyerstahl: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme 2013, ISBN978-3-131-52604-5.